CO₂ im Klassenzimmer: Richtwerte, Messung und wirksame Maßnahmen

Classroom with students at desks, a bulletin board, and an air quality sensor on the wall.
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Wenn ein Raum am Vormittag „kippt“, passiert das selten abrupt. Die Stimmen werden etwas lauter, die Aufmerksamkeit springt, und irgendwann wirkt die Luft schwer. Gleichzeitig bleiben Fenster oft zu: wegen Kälte, Straßenlärm oder weil im Alltag nicht jede Pause fürs konsequente Lüften reicht.


Genau hier liegt die typische Spannung im Schulbetrieb: Gesundheit und Leistungsfähigkeit sollen gesichert werden, während Energieverbrauch, Betriebssicherheit, Akustik und rechtliche Nachvollziehbarkeit ebenso mitentscheiden. Damit aus Eindrücken belastbare Entscheidungen werden, braucht es einen Indikator, der sich im Alltag einfach erfassen und dokumentieren lässt.



Warum CO₂ im Klassenzimmer ein wichtiger Indikator für Raumluftqualität ist

CO₂ ist kein „Gift“ im üblichen Sinn, aber ein verlässlicher Hinweis darauf, wie gut der Luftaustausch im Raum funktioniert. Steigt CO₂ schnell an, fehlt Frischluft. In der Praxis zeigen sich dann oft typische Begleiterscheinungen: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsabfall und das diffuse Gefühl „verbrauchter“ Luft.


Im Klassenzimmer ist CO₂ besonders aussagekräftig, weil viele Personen über längere Zeit auf relativ kleiner Fläche zusammenkommen. Als Leitindikator hilft CO₂ dabei, Raumluftqualität nicht nur zu „fühlen“, sondern sichtbar zu machen. Das ist gerade dann entscheidend, wenn Maßnahmen begründet, priorisiert und später auch überprüft werden sollen.



Ein gutes Raumklima im Schulbetrieb wird jedoch von weit mehr beeinflusst als nur vom CO₂. Dazu zählen auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie mögliche Belastungen durch Emissionen aus Materialien und Reinigungsmitteln. Als praxistaugliche Zielbereiche gelten häufig 19-23 °C und 40-60 % relative Luftfeuchtigkeit. Zu trockene Luft reizt Schleimhäute, zu hohe Feuchte erhöht das Risiko für Feuchteschäden und Schimmel; 60 % relative Luftfeuchtigkeit ist dabei nicht automatisch „zu hoch“, kritisch wird es vor allem bei dauerhaft hohen Werten oder wenn kalte Oberflächen Kondensation begünstigen. Aus dieser Gesamtsicht lässt sich ableiten, warum klare Richtwerte im Betrieb so hilfreich sind.


Richtwerte und eine praxistaugliche Entscheidungslogik für den Betrieb

Im Alltag funktioniert eine CO₂-„Ampel“ oft besser als eine abstrakte Grenzwertdiskussion, weil sie Beobachtung und Handeln direkt verknüpft. Die Logik dahinter ist einfach: Schwellenwerte machen sichtbar, ob der Luftwechsel über die Unterrichtszeit hinweg ausreichend ist. Gleichzeitig entsteht eine Dokumentation, die Entscheidungen nachvollziehbar macht.


Zielbereich: bis 1.000 ppm: Der Unterrichtsbetrieb ist stabil.  Ziel ist es, den Luftwechsel so zu steuern, dass die CO₂‑Werte während der Unterrichtszeit überwiegend in diesem Bereich bleiben.


Warnbereich: 1.000-1.500 ppm: Hier lohnt sich ein prüfender Blick auf das Zusammenspiel aus Belegung, Lüftungszeiten und Fensterstrategie. In der Praxis geht es häufig darum, Abläufe zu schärfen oder eine sensorbasierte Steuerung so nachzujustieren, dass sie besser zum Tagesverlauf passt.


Handlungsbereich: über 1.500 ppm: Dann sollten umgehend wirksame Maßnahmen ausgelöst werden (Querlüften, Raumbelegung entzerren). Parallel braucht es eine saubere Ursachenklärung über eine Messkampagne, damit langfristig ein belastbares Lüftungskonzept umgesetzt werden kann.


Die häufigste Frage taucht dabei zuverlässig auf: „Reicht es nicht aus, in den Pausen stoßzulüften, oder müssen wir wirklich teure Lüftungsanlagen für zehntausende Euro nachrüsten?“ Manuelles Stoßlüften kann in einzelnen Situationen helfen, ist in modernen, thermisch sanierten und damit luftdichten Gebäuden aber oft physikalisch nicht ausreichend, um den CO₂-Gehalt über den gesamten Unterricht konstant unter 1.000 ppm zu halten. Zusätzlich führt häufiges Stoßlüften im Winter zu spürbaren Energieverlusten und im Sommer zur Überhitzung. Die ÖNORM H 6038 ermöglicht mit mechanischer Lüftung einen kontrollierten Luftwechsel und stellt sicher, dass Frischluft planbar und mit Wärmerückgewinnung bereitgestellt wird – ohne den Heizbetrieb unnötig zu belasten.


Passend dazu ergänzt die DIN EN 16798‑1 (bzw. deren nationale Anwendung):
Sie definiert Anforderungen an die Lüftungsqualität in Aufenthaltsräumen – auch in Schulen – und sieht für schadstoffarme Gebäude üblicherweise Kategorie II vor. Diese entspricht einer „normalen“ Innenraumluftqualität, woraus sich CO₂‑Zielbereiche unterhalb von ca. 1.000–1.200 ppm ableiten lassen. Werte im Bereich 1.400–1.500 ppm und darüber gelten als klar verschlechterte Luftqualität und zeigen, dass freie Lüftung allein nicht mehr ausreicht.



Für rechtssichere Entscheidungen ist diese Logik zentral: Messwerte, Schwellen und ausgelöste Maßnahmen müssen nachvollziehbar zusammenpassen.


Regelung & Monitoring (psiioSYSTEM)

Messen statt raten: CO₂-Messung, Monitoring und Dokumentation im Schulalltag

CO₂-Daten sind nur dann belastbar, wenn Sensorik und Messroutine stimmen. Für Innenräume sind NDIR-Sensoren (nichtdispersive Infrarotmessung) gängiger Standard, weil sie CO₂ direkt erfassen und für kontinuierliches Monitoring geeignet sind. Entscheidend ist wenigerdas einzelne Gerät, sondern ein Messaufbau, der reale Nutzung abbildet.


In der Praxis bewährt sich eine Platzierung in der Atemzone: nicht am Boden, nicht direkt an Fenstern, Türen, Heizkörpern oder Luftauslässen. Ebenso wichtig ist das Zeitfenster. Ideal ist eine Messung über mehrere Schultage, weil Stundenplan, Wetter und Belegung deutlich variieren.


Damit aus Messwerten eine Entscheidungsgrundlage wird, braucht es sauberes Logging mit Zeitstempel und Verlauf, nicht nur Momentwerte. Denn entscheidend ist nicht nur der Spitzenwert, sondern vor allem der Zeitanteil, den ein Raum oberhalb definierter Schwellenwerte verbringt. Erst aus dieser Kombination entstehen belastbare Kennzahlen wie Zeitanteile über Schwellen, Peaks und Erholungszeiten nach Lüftungsereignissen. Damit Messungen über Monate vergleichbar bleiben, gehört eine einfache Kalibrier- und Wartungsroutine dazu: regelmäßige Plausibilitätschecks, dokumentierte Batteriestände oder Stromversorgung, Reinigung und Schutz vor Manipulation sowie je nach Gerät eine periodische CO₂-Kalibrierung beziehungsweise Verifikation. Ein Muster-Messprotokoll als Konzept sollte mindestens enthalten: Raum-ID, Datum/Uhrzeit, Belegung, Fenster-/Türzustand, Lüftungsereignisse, CO₂-Min/Max/Mittel, Zeitanteil >1.000 ppm und >1.500 ppm sowie parallel Temperatur und relative Luftfeuchte. So entsteht eine belastbare Basis für Ausschreibungsunterlagen, Erfolgskontrolle nach Umsetzung und Reporting an Träger/Behörden.



Maßnahmen im Vergleich: Fensterlüftung, mechanische Lüftung und Luftreiniger richtig einordnen

Maßnahmen werden im Alltag oft vermischt, obwohl sie technisch unterschiedliche Probleme lösen. CO₂ wird nur durch Luftwechsel gesenkt: Frischluft hinein, verbrauchte Luft hinaus. Luftreiniger können Aerosole und Partikel reduzieren, ändern aber den CO₂-Gehalt nicht.


Fensterlüftung ist sofort verfügbar, bleibt aber stark abhängig von Disziplin, Wetter, Lärm und Sicherheit. Im Winter sind Energieverluste häufig spürbar, im Sommer kann warme Außenluft Überhitzung zusätzlich verstärken. In der Praxis zeigt sich schnell: Die Methode funktioniert nur so gut wie der Tagesablauf sie zulässt.


Mechanische Lüftung (idealerweise mit Wärmerückgewinnung, bedarfsgesteuert) schafft einen kontrollierten Luftwechsel und damit einen planbaren Betrieb über den ganzen Vormittag. Investition und Planung sind höher, dafür müssen Komfort und Energieeffizienz weniger gegeneinander ausgespielt werden. Luftreiniger sind als Ergänzung in speziellen Situationen sinnvoll (z. B. Partikelbelastung), aber nicht als CO₂-Lösung; laufende Filterkosten, Wechselintervalle und Wartungsorganisation gehören dabei zur realistischen Betrachtung.


Typische Fehlentscheidungen zeigen sich immer wieder: die „Insellösung“ ohne Wartungsplan, bei der mobile Luftreiniger als „Pflaster“ beschafft werden. Der Effekt: Partikel werden gefiltert, CO₂ bleibt hoch, und über Filterwechsel entstehen hohe Folgekosten. Ebenso häufig wird die Nachtauskühlung unterschätzt: Eine intelligente, sensorbasierte Lüftungssteuerung kann in österreichischen Sommern kühle Nachtluft nutzen, um Räume vorzubereiten, statt am Vormittag gegen Überhitzung anzukämpfen. Systemdenken heißt hier, Maßnahme und Gebäude konsequent zusammenzudenken, bevor auf einzelne Geräte gesetzt wird.



White air quality monitor on wall with animated particles, in a classroom.
aeroschool 600/900 im Detail

Von der Problemfeststellung zur Umsetzung: Roadmap, Akustik und Nutzerakzeptanz

Damit aus Messwerten wirksame Praxis wird, braucht es einen Projektpfad, der Betrieb, Vergabe und spätere Wartung mitdenkt. Eine praxistaugliche Roadmap im österreichischen Kontext umfasst typischerweise: Erstbegehung/Inspektion, eine Messkampagne (CO₂, Temperatur, Feuchte), ein Lüftungs- und Betriebskonzept als Entscheidungsgrundlage (als Orientierung können Anforderungen der Bundesimmobiliengesellschaft sowie Landesförderrichtlinien dienen), danach Ausschreibung, Inbetriebnahme und Einregulierung, gefolgt von Monitoring und einem verbindlichen Wartungsplan. Der nächste logische Schritt ist dabei fast immer, den Ist-Zustand objektiv zu erfassen, bevor Budgets in eine Richtung festgelegt werden.


Ein oft unterschätztes Abnahmerisiko ist Lärm/Akustik. Zu laute Anlagen werden im Unterricht abgeschaltet, und dann verliert das Konzept im Alltag seine Wirkung. Typische Planungsfehler sind eine unpassende Geräte- oder Einbauauswahl, ungünstige Luftführung oder fehlende Abstimmung der Betriebsstufen auf den Unterrichtsbetrieb.


Eine kurze Vergabe- und Prüflogik kann hier viel verhindern: (1) Schallkriterien als Muss-Anforderung definieren, (2) Betriebsmodi für Unterricht/Pausen/Nacht festlegen, (3) Abnahme mit Mess- und Protokollpflicht (inkl. CO₂-Zielerreichung) vereinbaren, (4) Zuständigkeiten für Filter und Wartung klar zuweisen. Was diese Kombination aus Daten, Konzept und Nutzerakzeptanz bewirken kann, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: In einer Volksschule in Niederösterreich sank nach der Installation einer bedarfsgesteuerten CO₂-Lüftung der Krankenstand der Lehrkräfte im ersten Winter um 25%, während die Heizkosten trotz erhöhter Frischluftzufuhr stabil blieben. Die Schulleitung berichtete zudem von einer messbar höheren Konzentrationsspanne der Kinder in den Randstunden am Vormittag.


Nächster Schritt: vom CO₂-Wert zur belastbaren Entscheidung

CO₂-Daten schaffen Transparenz, klare Richtwerte plus Messroutine machen Maßnahmen vergleichbar, und eine Roadmap reduziert Investitions- und Betriebsrisiken – inklusive Akustik und Wartung als Alltagsthemen. Wenn der Ist-Zustand sauber erhoben ist, lassen sich organisatorische Sofortmaßnahmen, sensorbasierte Optimierung und langfristige Lüftungskonzepte nachvollziehbar gegeneinander abwägen und dokumentieren. Kontaktaufnahmen für eine Inspektion vor Ort.



Inspektion/Erstgespräch anfragen
  • Warum ist CO₂ im Klassenzimmer überhaupt relevant?

    CO₂ ist kein „Gift“, aber ein sehr verlässlicher Indikator für fehlenden Luftaustausch. Wenn der CO₂-Wert schnell steigt, fehlt Frischluft – häufig begleitet von Müdigkeit, Kopfschmerzen und sinkender Konzentration.

  • Welche CO₂-Richtwerte sind im Schulalltag praxistauglich?

    Bewährt hat sich eine Ampellogik:

    • Zielbereich: bis 1.000 ppm (Unterricht stabil)
    • Warnbereich: 1.000–1.500 ppm (Abläufe/Lüftungsstrategie prüfen)
    • Handlungsbereich: über 1.500 ppm (sofort reagieren + Ursachenklärung starten)
  • Reicht Stoßlüften in den Pausen nicht aus?

    Stoßlüften kann helfen, ist aber in dichten, thermisch sanierten Gebäuden oft nicht ausreichend, um CO₂ über den ganzen Vormittag stabil niedrig zu halten. Zusätzlich entstehen im Winter Energieverluste und im Sommer steigt das Risiko für Überhitzung.

  • Senken Luftreiniger den CO₂-Wert?

    Nein. CO₂ sinkt nur durch Luftwechsel (Frischluft rein, verbrauchte Luft raus). Luftreiniger können Aerosole/Partikel reduzieren, lösen aber kein CO₂-Problem.

  • Was sind sinnvolle Zielbereiche für Temperatur und Luftfeuchte in Klassen?

    Als praxistaugliche Bereiche gelten oft:

    • Temperatur: ca. 19–23 °C
    • Relative Luftfeuchte: ca. 40–60 %

    Zu trockene Luft reizt Schleimhäute. Kritisch wird hohe Feuchte vor allem bei dauerhaft hohen Werten oder wenn Kondensation an kalten Oberflächen entsteht.

  • Was sind typische Fehlentscheidungen in der Praxis?

    Häufig:

    • mobile Luftreiniger als Insellösung ohne Wartungsplan (CO₂ bleibt hoch, Folgekosten steigen)
    • Akustik unterschätzen: zu laute Anlagen werden im Unterricht abgeschaltet
    • fehlende klare Zuständigkeiten für Filter/Wartung
  • Wie sieht eine praxistaugliche Roadmap zur Umsetzung aus?

    Typisch:

    1. Erstbegehung/Inspektion
    2. Messkampagne (CO₂, Temperatur, Feuchte)
    3. Lüftungs- und Betriebskonzept
    4. Ausschreibung
    5. Inbetriebnahme & Einregulierung
    6. Monitoring & Wartungsplan
13. Januar 2026
Schullüftungssysteme für Schulen: Nachhaltiger Schulbau mit Lüftung und Wärmerückgewinnung Lüftungslösungen für Schulen: Anforderungen an Raumklima, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit Gebäude- und Energiekonzepte brauchen Deutschland braucht bessere Gebäude. Vor allem im Bereich Bildung – hinsichtlich Raum- und Lernklima, aber auch in Bezug auf Energieeffizienz, Resilienz sowie Nachhaltigkeit. Der Holzmodul-, Holzrahmen- und Holztafel-Fertigbau bietet die Lösung für viele drängende Probleme an - auch unter dem Aspekt der C02-Speicherung und -senke. Kernelement einer energieeffizienten Bauweise und des Gesundheitsschutzes in Bildungseinrichtungen müssen neben einer optimalen Gebäudedämmung dazu passende effiziente Fenster und Türen sowie eine Wärmeversorgung mittels Wärmepumpen und auch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sein. Im Fertigbau sind gerade Letztgenannte technisch und räumlich optimal integrierbar. Sanierungsstau bei Schulen: Herausforderungen für moderne Schullüftungssysteme Deutschland hat ein Problem: Der Bestand an Bildungsbauten, mehrheitlich in den 1960er- bis l980er-Jahren errichtet, ist in die Jahre gekommen und in vielen Fällen sanierungs- oder gar abrissbedürftig. Hier finden sich bildlich übertragen die „Autobahnbrücken der deutschen Bildungslandschaft". Dem prekären baulichen Zustand steht die Verpflichtung entgegen, nach der die Schulträger ganztägige Förderung und Betreuung bieten müssen. Dafür bedarf es kurzfristig Tausender neuer Räume. Zugleich steigen die Schülerzahlen: Im Schuljahr 2022/23 wurden ca. 11,1 Mio. Schüler:innen unterrichtet. Das entspricht 1,9 % mehr als im Vorjahr. Davon waren allein durch stärkere Geburtsjahrgänge + 0,8 % begründet. Ein Anstieg von ca. 18 % wurde bei ausländischen Schüler:innen, insbesondere durch Flüchtlinge aus der Ukraine und anderen Krisengebieten, verzeichnet. In den allgemeinbildenden Schulen lag die Zunahme bei fast 22 %. Bis 2035 werden die Schülerzahlen laut Prognosen auf ca. 11,7 Mio.(+ 5,4 %) anwachsen. Hinzu kommen erhöhte Raumbedarfe für die gesetzlich verbindliche Inklusion von Schüler:innen mit Beeinträchtigungen. Weitere Kapazitäten werden für neue Unterrichts- und Lernkonzepte (Stichwort: mobile Lernlandschaften) erforderlich. Lange Planungs- und Bauzeiten für neue Bildungsbauten von bis zu zehn Jahren verschärfen die angespannte Situation im Bildungswesen zusätzlich und machen die ohnehin steigenden Bau- und Investitionskosten fast (un)kalkulierbar. Modulare Schulgebäude als Grundlage für moderne Schullüftungssysteme Bei Schulträgern und Planenden scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass das negative Image von Modulbauten auf undifferenzierten Vergleichen mit temporären Containeranlagen aus Stahlblech (Baucontainer) beruhen, die nicht mehr zeitgemäß sind. Klassische Container sind im Raster starre, unflexible Gebilde; für den temporären Einsatz konstruiert und ausgelegt. Modulare Gebäude hingegen werden auch für den Dauerbetrieb gebaut. Die im Produktionswerk unter laufender Qualitätskontrolle hergestellten Module sind konstruktiv und bauphysikalisch ausgereift und energietechnisch optimiert. Sie erfüllen alle bauordnungsrechtlichen Anforderungen sowie DIN-Vorgaben hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz. Das bedeutet: Modulare Gebäude sind mit konventionell errichteten Bauten „auf Augenhöhe" bezüglich Qualität, Werthaltigkeit und architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten. Solide wie „Stein auf Stein", nur schneller und flexibler- so kann der Modulbau heute charakterisiert werden. Grundsätzlich können neue Gebäude aller Art in Modulbauweise errichtet werden. Für Fassaden ist alles realisierbar, was konventionelles Bauen bietet: großflächige Verglasungen, Putz auf Wärmedämmverbundsystemen oder vorgehängte, hinter-lüftete Fassadenelemente. Modulbau bedeutet daher weder ,,Neuer Plattenbau" noch das Aufeinanderstapeln von Containern. Modulbauten sind von konventionell errichteten Gebäuden nicht zu unterscheiden. Bei der Gestaltung der Innenräume räumt die Bauweise sogar die Freiheit ein, große Räume ohne störende Zwischenwände zu eröffnen. Eine baubegleitende Planung ist beim Modulbau allerdings nur begrenzt möglich. Damit werden jedoch auch Mehrkosten vermieden, die beim konventionellen Bauen inzwischen fast zwangsläufig durch ständige „Planänderungen" anfallen. Prozesse verlaufen parallel; das heißt, während z. B. Streifenfundamente konventionell vor Ort erstellt werden, produziert das beauftragte Modulbauunternehmen die Raummodule in seinen Werkhallen bereits vor. Damit kann die Produktion von Raummodulen in etwa mit der modernen Produktion in der Autoindustrie verglichen werden. In konditionierten Werkhallen werden die einzelnen Montageabschnitte komplett erstellt. Verzögerungen durch Schlechtwetter entfallen und die Arbeitsplatzqualität für die Mitarbeitenden ist sehr hoch. Vorteile modularer Schulgebäude für Schulträger und Kommunen Die reinen Investitionskosten der Erstellung eines Modulgebäudes sind mit denen eines konventionell errichteten Gebäudes vergleichbar. Aber es gibt eine Reihe von Vorteilen, mit denen sich die Modulbauweise bezahlt macht. So können Modulgebäude aufgrund der witterungsunabhängigen Produktion ganzjährig und zum Teil sogar im Schichtbelrieb produziert werden und sind somit bis zu 50 % schneller fertig. Die serielle Fertigung im wettergeschützten Werk ermöglicht eine hohe Präzision und sichert die konstant hohe Qualität. Die Module erhalten bereits ab Werk den definierten Ausbaustandard, in der Regel inklusive Heiz- und Sanitärleitungen, dezentraler Lüftungslösungen, Elektroinstallationen und fertiger Oberflächen. Alles anschlussfertig für die vorbereiteten Gebäudeanschlüsse. Auf der Baustelle werden die für den Transport witterungsgeschützt verpackten Module im Baukastensystem innerhalb weniger Tage montiert. Anschließende Ausbauarbeiten nehmen nur noch wenige Wochen in Anspruch. Für die Umgebung und den Schulbetrieb bedeutet das eine kurze und damit geringe Belastung durch Lkw-Transporte und Baustellenlärm. Mit Raummodulen entstehen hochwertige, dem jeweiligen Bedarf angepasste Gebäude. Lebenszykluskosten von Schulgebäuden mit integrierter Lüftungstechnik Ein Modulgebäude ist von der Lebensdauer her mit mindestens 50 Jahren mit einem Massivgebäude absolut vergleichbar, und bei den Lebenszykluskosten schneidet es erheblich günstiger ab als ein konventionell errichtetes Gebäude: flexible Anpassung der Planung und Gestaltung an die individuellen Anforderungen keine Störung des Schulbetriebs, Erweiterung und Umbau in den Sommerferien zuverlässige Terminplanung mit Fixterminen nachhaltige Bauweise mit mehrfach wiederverwendbaren Raummodulen niedrige Planungs- und Erstellungskosten Planungs- und Investitionssicherheit geringe Lebenszykluskosten Schullüftungssysteme im Modulbau: Dezentrale Lüftungslösungen für Schulen Die Modulbauweise bietet aufgrund ihrer hohen Flexibilität und der industriellen, teilweise seriellen Herstellungsverfahren beste Voraussetzungen für die Integration dezentraler Lüftungslösungen in Schulen und Kindertagesstätten. Gleichzeitig stellen dezentrale Lüftungslösungen die ideale Basis für neue Gebäude- und Unterrichtskonzepte mit flexiblen Lernlandschaften und diversen Begleiträumen dar. Lüftungssysteme können so in die Gebäude bzw. Möblierung integriert werden, dass sie de facto „unsichtbar" für die Lehrerschaft und Lernenden arbeiten und die Raumakustik nicht beeinträchtigen. Gemeinsam mit einer optimalen Strömungsverteilung werden physiologische Störmomente reduziert, die bereits durch die reine Sichtbarkeit hervorgerufen werden können. Zug- und/oder Kältegefühl werden vermieden. Das höchste Lob wird dann erteilt, wenn die Lehrerschaft, nach der Behag-lichkeit im Klassenraum mit der Lüftung gefragt, antwortet: ,,Lüftung? Haben wir keine in der Klasse! Aber immer gute Luft!" Lüftung mit Wärmerückgewinnung in Schulen: Energieeffizienz im Klassenraum Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung erzielt in einem Klassenraum pro Jahr eine Heizenergieeinsparung von bis zu 6450 kWh p. a. oder 39 % gegenüber Klassenräumen mit klassischer Fensterlüftung. Dies entspricht rund 650 l Heizöläquivalent pro Jahr und Klassenraum. Diese Einsparung mit einem monetären Wert von ca. 1000-1500 Euro p. a. würde also Energieeffizienzinvestitionen für einen Lebenszyklus von maximal 20 Jahren in der Höhe von 20 000 Euro rechtfertigen. Die Berechnung setzt voraus, dass die Energiepreise auf dem heutigen Preisniveau verbleiben. Eine Anlage amortisiert sich somit bereits nach 10 bis 14 Jahren, inklusive aller Wartungs- und Instandhaltungskosten sowie Ersatzfilter. Klimaschutz durch Schullüftung Immer mehr Städte und Regionen erklären für ihr Gebiet den "Klimanotstand". Wer aber so etwas sagt, muss auch bei Bildungseinrichtungen beginnen. Sollen diese saniert, modernisiert oder neu gebaut werden, so ist eine Planung mit dem Ziel höchster Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Gebäudetechnik unumgänglich. Ohne neue Ansätze und neues Denken werden Natur und Umwelt zum Verlierer und damit letztendlich der Mensch, da er somit seine Lebensgrundlagen selbst zerstört. Die Verwendung von Holz gegenüber Beton, Zement, Ziegel und anderen mineralischen Baustoffen stellt eine sofort wirksame C02-Senke dar. Die Studienlage hierzu ist eindeutig und wird selbst von Verbänden wie dem Verein Deutscher Zementwerke e. V. mit Zahlen bestätigt. Gesundheitsschutz durch kontrollierte Schullüftung Klassenräume müssen energieeffizient beheizt werden, eine hohe Luftqualität wie auch gute visuelle und auditive Bedingungen bieten. Blendeffekte durch einfallendes Sonnenlicht und Lärmeinträge aus der Umwelt oder aus Nachbarklassen müssen vermieden werden. Kurze Nachhallzeiten sorgen für gute SprachverständIichkeit. Darüber hinaus sind innere Lasten störungsfrei abzuführen. Eine Klasse mit 30 Schüler:innen produziert pro Stunde 2,3-2,7 kWh Wärme und ca. 500 l C02. Liegen die Werte beim lufthygienischen Leitparameter C02 hoch, zeigt dies meist auch eine hohe Schadstoffbelastung an. Deshalb benötigt eine Klasse pro Stunde zwischen 500 und 900 m 3 Frischluft. Alle Lüftungskonzepte müssen sich in diesen Kontext einpassen. ln einen Klassenraum werden Luftschadstoffe aus vielen Quellen eingetragen, darunter flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus Baumaterialien, Möblierung, Raumausstattung, technischer Ausstattung, Bekleidung und Kosmetik, aus Mikroorganismen oder auch menschlichen Aktivitäten. Ihr Abtransport schützt die Gesundheit von Lernenden und Lehrkräften nachhaltig. Zudem führen bessere Lernbedingungen nachweislich zu Verbesserungen der Lernleistungen von bis zu 8 % (Durchschnitt Zensuren). Dazu tragen auch relative Raumluftfeuchten im Zielbereich von 40 bis 60 % (ASR-Arbeitsstättenrichtlinien), moderate durchschnittliche Raumtemperaturen und der Abtransport überschüssiger Wärme im Sommer bei. Eine effektive Nachtauskühlung etwa kann selbst bei hochsommerlichen Nachttemperaturen von mindestens 21 °C die Temperatur im Klassenraum bis 8:00 Uhr morgens auf bis zu 24 °C absenken, ohne den Einsatz von Klimageräten und somit mit minimalem Energieverbrauch (ca. 360 W/h). Um die Mittagszeit wurde z. B. in einer Schule in Deggendorf in den gemessenen Räumen bei einer Außentemperatur von 36 °C eine Höchsttemperatur von ca. 28 °C ermittelt. Resultat ist eine Verringerung von Krankheits- und Ausfallzeiten von Schüler:innen und Lehrpersonal.
17. 11. 1952 – 09. 10. 2025
14. Oktober 2025
Er hat mit seiner Menschlichkeit, Leidenschaft und Tatkraft unser Unternehmen geprägt. Das, was er hinterlassen hat, bleibt unvergessen.
Bevorstehende Preisanpassung zum 01.03.2025
11. Februar 2025
Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen in unsere innovativen, professionellen und energieeffizienten Haustechniklösungen. Ihre Zufriedenheit und eine langfristige, erfolgreiche Partnerschaft stehen für uns an erster Stelle. Um Ihnen weiterhin höchste Qualität, nachhaltige Produkte und erstklassigen Service bieten zu können, passen wir unsere Preise zum 01. März 2025 an. Dieser Schritt ist aufgrund der anhaltenden Kostensteigerungen in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Transport und Logistik erforderlich. Wir haben diese Entscheidung sorgfältig abgewogen, um die gewohnt hohe Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen zu gewährleisten.
8. Oktober 2024
Von 25. bis 26. September fand die SCHULBAU Salon & Messe im Palladium Köln statt. drexel und weiss war als Aussteller mit den Vertriebsmitarbeitern Ralph Langholz und Philipp Weithmann auf der Messe vertreten.
Lüftungssysteme für Schulklassen und Kitas.
Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann
25. Juni 2024
In Zeiten, in denen das Wohl der nachfolgenden Generationen und die Schaffung einer optimalen Lern- und Spielumgebung immer mehr in den Fokus rücken, ist es erfreulich zu sehen, dass sich Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen auszeichnen. Das Unternehmen drexel und weiss hat mit diesem Ansatz mehr als 18 Jahre lang kontinuierlich technische Lösungen und Projekte im Bereich Schullüftungssysteme von Schulen, Kindertagesstätten und Bildungsgebäuden entwickelt – und nun zeigen sich die Früchte dieser unermüdlichen Arbeit.
Geritt Boyer Geschäftsführer drexel & weiss
20. Juni 2024
Nach mehreren erfolgreichen Jahren an der Spitze des Unternehmens drexel und weiss, hat Jürgen Fink seine Agenden als Geschäftsführer an Gerrit Boyer übergeben.
Familienfreundliches Betrieb drexel und weiss
6. Februar 2024
drexel und weiss wurde vom Amt der Vorarlberger Landesregierung als "Familienfreundlicher Betrieb" ausgezeichnet. Diese Anerkennung wird an Unternehmen verliehen, die sich besonders für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen.
Neue Förderungsmöglichkeiten für Wärmepumpen
24. Januar 2024
Wir informieren Sie über die aktuellen Förderungsoptionen in Österreich für Wärmepumpen, die vom Klimaschutzministerium beschlossen wurden.
Schullüftung
1. Juni 2022
Lehrer und Bildungsdepartement wünschen sich den Einsatz von mechanischen Komfortlüftungen in den Schulen, so das Fazit eines Artikels in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Tageszeitung Südostschweiz.
Volksschule Pernegg (NÖ) erhält drexel und weiss Schullüftung
15. November 2021
Pünktlich zum 50. Geburtstag wurde die Volksschule Pernegg in Niederösterreich einer kompletten thermischen Sanierung unterzogen. Neben dem Einbau neuer Fenster und einer verbesserten Wärmedämmung bekam das Gebäude auch eine Lüftungsanlage von drexel und weiss.